Therapie und Prävention von Gürtelrose (Herpes Zoster) in meiner ganzheitlich- internistischen Ordination

Therapie und Prävention von Gürtelrose (Herpes Zoster) in meiner ganzheitlich- internistischen Ordination

Aufgrund meines ganzheitlichen Therapieansatzes betreue ich in meiner TCM-Ordination in Wien auch als Fachärztin für Innere Medizin sehr häufig PatientInnen mit einer akuten Gürtelrose oder mit den Nachwirkungen einer Gürtelrose, insbesondere der oft noch lange nach akuter Erkrankung bestehenden neuralgischen Schmerzen, der sogenannten Postzoster-Neuralgie.

Die Gürtelrose ist sehr weit verbreitet, ca. ein Drittel der Menschen erkrankt im Laufe des Lebens, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt und 50% der Fälle bei über 50-Jährigen auftritt.

Das Entscheidendste im Fall einer akuten Herpes-Zoster-Erkrankung ist eine möglichst rasche Diagnose und ein ebenso rascher Therapiebeginn. Aus diesem Grund erhalten Patienten mit Verdacht auf Gürtelrose auch einen akuten Termin in meiner Ordination.

Für die Prävention einer Gürtelrose-Erkrankung und einer, oft höchst unangenehmen und langwierig verlaufenden Postzoster-Neuralgie steht mittlerweile ein Impfstoff (Shingrix®) zur Verfügung. Die Shingrix®-Impfung wird auch im Österreichischen Impfplan ab dem 60. Geburtstag empfohlen und steht kostenfrei zur Verfügung, und bei speziellen medizinischen Gründen auch bereits ab dem 18. Geburtstag. Sehr gerne biete ich Ihnen eine diesbezügliche Impfberatung in meiner Ordination an.

Die Therapie der Gürtelrose basiert auf den Leitlinien der Sk2-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e. V. und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen e. V. Diese umfaßt die antivirale Therapie sowie lokale Therapiemaßen und eine umfassende, an die Schmerzintensität angepaßte Schmerztherapie.

Jedenfalls empfehle ich Ihnen bei einer Herpes-Zoster-Erkrankung zudem auch einen ganzheitlichen Therapieansatz mit Methoden der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), vor allem mit Akupunktur und einer chinesische Kräutertherapie. Sie stehen als unterstützende und zielführende Therapiemaßnahmen zur Verfügung.

Welche Ursache hat Herpes Zoster?
Verursacher der Erkrankung sind die Windpocken-Viren, auch Varizella-Zoster-Viren (VZV) genannt. Beim einem Erstkontakt mit dem Virus von außen wird die Varizellen-Erkrankung hervorgerufen, auch Windpocken oder Feuchtblattern genannt. Das passiert meist im frühen Kindesalter, oft auch unbemerkt. Nach der Erkrankung an Windpocken bleiben die VZV lebenslang im Körper des Menschen vorhanden. Die Viren nisten sich in den Hirnnerven und in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein. Unter bestimmten Umständen – gewisse Patientengruppen haben ein höheres Risiko (siehe unten) – beginnen sich die schlummernden Varziella-Zoster-Viren wieder zu
vermehre, wandern sodann entlang der Nervenbahnen an die Hautoberfläche und verursachen dort nicht mehr eine Windpocken-Erkrankung, sondern die Gürtelrose (Herpes-Zoster-Erkrankung).

Welche sind die Risikofaktoren für das Auftreten einer Herpes-Zoster-Erkrankung?

  • Vorübergehende Abwehrschwäche, Traumata, Stress
  • Altersbedingte Abwehrschwäche (Alter > 50 Jahre)
  • Krankheitsbedingte Abwehrschwäche (z.B. HIV-Infektionen, Tumorerkrankungen, Organ- und Knochenmarkstranplantation, Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus)
  • Abwehrschwächende Medikamente (längere Cortisontherapie, Chemotherapie, Immunsuppressionstherapien, Antikörpertherapie, etc.)
  • UV-Strahlung

Wie sieht Gürtelrose (Herpes-Zoster) aus und wo kann sie auftreten?
Gürtelrose ist üblicherweise ein halbseitiger, bläschenförmiger Hautausschlag, oft gürtelförmig, und oft mit brennendem Gefühl, begleitet von mehr oder weniger starken Schmerzen.
Sie kann aber auch ohne Bläschen auftreten und ist in diesem Fall schwieriger zu diagnostizieren. Weiters kann Gürtelrose im Auge, im Ohr oder auch im zentralen Nervensystem auftreten.

Gibt es neben den Bläschen noch weitere Symptome der Gürtelrose?
Typisch ist auch ein nur brennendes Gefühl der Haut. Gürtelrose kann aber auch lediglich Schmerzbilder verursachen, die ähnlich erscheinen wie eine Migräne, wie eine Gallenkolik, wie ein orthopädisches Problem (vor allem im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule) oder wie eine Nierenkolik. In diesen Fällen ist eine rasche ärztliche differentialdiagnostische Klärung notwendig.

Welche Komplikationen können bei Gürtelrose auftreten?
Herpes Zoster ist leider eine Erkrankung mit einer hohen Komplikationsrate. Ungefähr 30% der Erkrankten erleiden u.a. eine der folgenden Komplikationen und etwa 10% davon müssen stationär behandelt werden:

Post-Zoster-Neuralgie/Schmerzen
Post-Zoster-Pruritus (Juckreiz)
Bakterielle Superinfektion im Bereich der Zoster-Bläschen
Zoster ophtalmicus (Augenbeteiligung)
Zoster oticus (Ohrenbeteiligung) mit eventuellen Hörverlust
Zoster Beteiligung des Zentralen Nervensystems
Generalisierte Zoster-Erkrankung mit Organbeteiligung (Lunge, Gehirn)
Steigendes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall

Wann spricht man von Post-Zoster-Neuralgie?
Dies ist der Fall, wenn drei Monate nach Abheilung der Hautläsionen in den vom Hautausschlag betroffenen Arealen immer noch Beschwerden bestehen. Leider tritt die Post-Zoster-Neuralgie bei ungeimpften über 70-Jährigen in mehr als 50 Prozent der Fälle auf.

Wie wird Gürtelrose diagnostiziert?
1. Klinische Diagnose anhand des Symptom- und Erscheinungsbildes:
Im Falle eines typischen klinischen Erkrankungsbildes ist in der Regel keine spezielle Labor-Diagnostik notwendig. Ein erfahrener Arzt stellt die Diagnose anhand des klinischen Erscheinungsbildes. Es können aber auch untypische Krankheitsbilder auftreten, vor allem bei Patienten mit Immundefizienz. Eine spezifische Diagnostik sollte zudem bei ZNS-Erkrankungen, bei Lungenentzündungen, bei Infektionen während einer Schwangerschaft und von Neugeborenen durchgeführt werden.

2. Labordiagnostik:
Die Diagnostik der Wahl ist der VZV-Nukleinsäurenachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) aus Blut und Abstrichmaterial. Diese ist vor allem wichtig in unklaren oder atypischen Fällen. Ob und welche der diagnostischen Schritte notwendig sind, bespreche ich sehr gerne ausführlich mit Ihnen.

Wie erfolgt die Therapie der Gürtelrose?
Jedenfalls sollte unbedingt ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn angestrebt werden. Entscheidend für einen Therapieerfolg und das Verhindern des Auftretens von Komplikationen ist ein Start einer adäquaten Therapie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome.

Die Therapie besteht aus folgenden Maßnahmen:

Antivirale SystemtherapieStadiengerechte Lokaltherapie der Hauterscheinungen:
Im frischen Bläschenstadium werden kühlende, entzündungshemmende oder antiseptische Lösungen angewandt.
Im verkrusteten Bläschenstadium werden antiseptische Gele empfohlen.
Eine antivirale Lokaltherapie des Gürtelrose-Ausschlages wird nicht mehr empfohlen.
Akribische Schmerztherapie, die dem Ausmaß der Gürtelrose-Erkrankung genau angepaßt ist.

Welche Medikamente und Schmerzmittel für Sie genau in Frage kommen ergeben sich aus dem Ausmaß und der Lokalisation Ihrer Erkrankung. Im Rahmen einer ausführlichen Besprechung in meiner Ordination werde ich sehr gerne ein für Sie angepasstes Therapiekonzept erstellen und Ihnen dieses genau erklären.

Welche alternativmedizinischen Therapieverfahren gibt es für die Therapie der Gürtelrose?
Neben den oben ausführlich dargelegten schulmedizinischen Therapieformen kann ich Ihnen bei Gürtelrose im Rahmen eines ganzheitlichen Therapieansatzes mit Hilfe von

TCM-Kräuterrezepturen und
Akupunktur (Körper-, Ohr- und Mastoidakupunktur)

sehr zielführende Heilmethoden der Traditionell Chinesischen Medizin anbieten.

Die Auswahl der einzelnen Therapiemethoden erfolgt individuell, je nach den jeweils als belastend geschilderten Symptomen. Vor dem Beginn mit einer ganzheitlichen/TCM-Behandlung überprüfe ich aber immer zuerst ob auch alle schulmedizinischen Therapiemöglichkeiten optimal ausgeschöpft werden.

Wie erfolgt die Prävention der Gürtelrose?
Eine Vorbeugung der Gürtelrose sollte ab dem Alter von 50 Jahren erwogen werden. Aufgrund der Tatsache, dass wir immer älter werden, muss in der Zukunft mit einer Zunahme der Inzidenz von Herpes Zoster sowie der möglichen Komplikationen gerechnet werden.

Zur Prävention von Herpes Zoster und der Post-Zoster-Neuralgie steht ein rekombinanter, adjuvantierter Totimpfstoff (Shingrix®) zur Verfügung. Der Impfstoff wird in zwei Teilimpfungen verabreicht. Im aktuellen Österreichischen Impfplan wird die Impfung allen Erwachsenen ab dem 60. Geburtstag empfohlen. Bei schweren Grunderkrankungen oder Immundefekten wird die Impfung schon ab dem 18. Lebensjahr empfohlen. Der aktuelle Impfstoff zeigt eine Wirksamkeit von über 90 Prozent in der Vorbeugung einer Gürtelrose-Erkrankung.

Go to Top