Haarausfall vermeiden : 4 Formen im Überblick mit TCM und Lösungsansätzen in Wien

Auf diesem Bild kann man eine Tänzerin sehen die ihren Kopf mit Wasser reinigt, indem Sie mit Schwung die Haare von vorne nach hinten wirft. Dieses Bild passt sehr gut zur Thematik Haarausfall

In diesem Blog erfahren Sie einiges über den Ausfall der Haare und die begleitende TCM- und Akupunktur-Therapiemöglichkeiten.

Therapie von Haarausfall mit TCM in meiner ganzheitlich-internistischen Ordination 

Der Ausfall von Haaren ist ein sehr häufiges gesundheitliches Anliegen mit dem Patient:innen in meine Ordination kommen. Oftmals haben die Patient:innen schon viele Arzt- und Apothekenbesuche absolviert und kommen schließlich aufgrund meines ganzheitlichen Therapieansatzes in meine internistische TCM Ordination in Wien.   

Obzwar die erste Anlaufstelle die Dermatologie ist, ist aber oftmals auch eine internistische Abklärung notwendig. Es können aber auch Methoden der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), wie chinesische Kräutertherapie als unterstützende, zielführende Therapiemaßnahmen von zusätzlichem Vorteil sein. 

Wann spricht man von einem krankhaften Haarausfall? 

Eine gewisse Anzahl von Haaren gehen physiologischer Weise immer aus da jedes Haar nur eine begrenzte Lebensdauer hat und nach einer gewissen Zeit ausfällt und sodann ein neues Haar nachwächst. Die Lebensdauer eines Haares liegt zwischen 2 und 7 Jahren. Normalerweise kann ein Haarfollikel 10 bis 30 Lebenszyklen durchlaufen, ehe er kein neues Haar mehr bilden kann. Dies ist genetisch festgelegt. 

Auch mit zunehmenden Alter wird bei vielen Menschen das Kopfhaar etwas lichter und die Haare dünner. Auch dies ist physiologisch im Rahmen der Norm. 

Gehen allerdings täglich mehr als 100 Haare aus – bei Kindern 50 bis 80 Haare pro Tag – und das über einen längeren Zeitraum hinweg, oder entstehen vollkommen haarlose Stellen dann spricht man von einem krankhaften Ausfall der Haare.  

Welche verschiedenen Formen gibt es? 

Grundsätzlich unterscheiden wir folgende Formen: 

  1. Androgenetischer Haarausfall (anlagebedingt) 
  1. Diffuser Haarausfall 
  1. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) 
  1. Spezielle Formen des Haarausfalls 

1. Androgenetischer Haarausfall 

Diese Form ist die häufigste Form. Grundsätzlich nehmen die Häufigkeit und der Schweregrad mit dem Alter zu, wobei es bei Männern und Frauen ein typisches, aber unterschiedliches Verteilungsmuster gibt. Charakteristisch ist eine nicht narbige progrediente Miniaturisierung der Haarfollikel.  

Bei Männern ist es ein androgenabhängiges Geschehen und ist überwiegend erblich bedingt. Erste Krankheitsanzeichen finden sich bei Männern oft schon im Teenageralter.  

Bei Frauen zeigt sich ein androgenetische Ausfall oft auch schon im Teenageralter sowie in der Postmenopause. Bisher ist die Androgen-Ursache bei der Frau noch nicht gesichert, jedoch weiß man, dass die androgenetische Alopezie bei einer Untergruppe mit hormoneller Dysregulation zu finden ist. Auch eine gewisse Erblichkeit scheint eine Rolle zu spielen. 

Wie sieht die Therapie aus? 

Für diese Form hat das Europäische Dermatologie-Forum ein Projekt initiiert das schließlich mit einer evidenzbasierten S3-Leitlinie betreffend die Therapie abgeschlossen und im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Band 9, Suppl. 6, 10/2011 publiziert wurde. 

Als Therapie-Empfehlung wird darin für Männer über 18 Jahren eine zweimal tägliche lokale (topische) Anwendung von 1ml Minoxidil-Lösung 2% bis 5% (je nach Stärke) empfohlen um den Befund zu verbessern oder ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.  Für Frauen über 18 Jahre wird eine Therapie mit Minoxidil-Lösung 2% vorgeschlagen.  

Minoxidil Therapie: Wie lange dauert die Therapie? 

Das Ansprechen auf eine Minoxidil-Therapie kann erst nach 6 Monaten beurteilt werden. Bei manchen Patienten kann es aber in den ersten Monaten der Behandlung zu einem verstärkten, jedoch nur vorübergehenden Haarausfall kommen. In diesem Fall sollte die Therapie jedenfalls fortgesetzt werden, denn dies zeigt an, dass die Haarfollikel zu gesunden beginnen, dh. dass Telogenfollikel zum Eintritt in die Anagenphase stimuliert werden. 

Zur Erhaltung des Therapieerfolges kann es sein dass die Therapie gegebenenfalls weiter fortgesetzt werden muss.  

2. Diffuser Haarausfall 

Beim diffusen Ausfall der Haare werden die Kopfhaare gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt dünner, dh. der Haarwuchs ist nicht mehr so dicht wie früher und kann folgende Ursachen haben: 

  • Hormonelle Ursachen: Schwangerschaft, Stillphase, Pillen-Einnahme/Pause, hormonell aktive Tumore 
  • Schilddrüsenerkrankungen: Schildrüsenüber- oder unterfunktion 
  • Eisenstoffwechselstörungen unterschiedlichster Ursachen 
  • Crash-Diäten oder Essstörungen 
  • Postoperativ nach Vollnarkosen 
  • Schwere chronische Erkrankungen 
  • Infektionskrankheiten 
  • Haarausfall nach Corona
  • Chemotherapie und Strahlentherapie 
  • Nebenwirkungen diverser Medikamente 
  • Schwermetallvergiftungen 
  • Diffuse Alopecia areata 
  • Stressituationen

Hier ist neben der dermatologischen immer auch eine ausführliche internistische Abklärung indiziert. Je nach zugrunde liegender Ursache erfolgt sodann die spezifische Therapie. 

Corona Haarausfall

Corona Haarausfall ist keine Seltenheit. Viele Patienten berichten in der Genesungsphase nach Corona über solches Geschehen. Durch die Covid-19-Infektion kommt es zu einer reversiblen Veränderung im Haarwachstumszyklus. Dabei gehen viele Haare gleichzeitig von der Wachstumsphase in die Ruhephase (Telogenphase) über und können beim Kämmen oder beim Haarewaschen leicht ausgezogen werden. Dies dauert nach Corona noch einige Monate an und es braucht meist einige Zeit bis sich das Haarwachstum wieder normalisiert. Chinesische Kräuterrezepturen können in dieser Phase hilfreich sein. Eine ärztliche Kontrolle ist jedenfalls angezeigt, um auch andere Ursachen auszuschließen.

Kann der Chemotherapie-induzierte diffuser Haarausfall verhindert werden? 

Chemotherapie kann, muss aber nicht zum Ausfall der Haare führen. Dies ist von den verabreichten Chemotherapeutika abhängig. Im Rahmen einer Aufklärung vor dem Beginn der Chemotherapie werden Patient:innen genau aufgeklärt ob und in welchem Ausmaß Haarausfall zu erwarten ist. 

In einigen Tumorzentren wird zur Prävention eine sogenannte Kühlhaube während der Chemotherapie-Applikation angeboten, die helfen kann, den Ausfall zu vermindern. Dabei zirkuliert kontinuierlich die Kühlflüssigkeit mit 3 bis 4 Grad Celsius im Bereich der Kopfhaut und kühlt diese auf 21 Grad ab.  

3. Alopecia areata (kreisrund) 

Dieser kommt vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vor. Es entstehen kreisrunde bis ovale Stellen im Kopfhaar, im Bart oder in der Körperbehaarung. Die genauen Ursachen dieses kreisrunden Ausfalls sind nach wie vor unbekannt. Man geht von einer Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems aus und er tritt überdurchschnittlich häufig zeitgleich mit anderen Autoimmunkrankheiten auf, wie z.B. Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis, Vitiligo.  

In vielen Fällen wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach. Die Erkrankung kann aber erneut wieder auftreten. 

Auch bei Alopecia areata ist eine dermatologische und internistische Abklärung die Voraussetzung für eine etwaige Therapie.  

4. Spezielle Formen 

Hierbei handelt es sich um eher seltene Formen des Ausfalles und es werden nicht-vernarbende Varianten von vernarbenden Varianten unterschieden. 

Nicht-vernarbende Formen

werden u.a. verursacht durch:  

  • Postinfektiöse herdförmige Alopezie z.B. infolge Furunkeln, Karbunkeln, Impetigo contagiosa, Erysipel, Herpes zoster (Gürtelrose), Syphilis 
  • Loses(-Anagen)-Haar-Syndrom: vorübergehende diffuse Haarwuchsstörung bei Kleinkindern vorwiegend mit blondem Haar 
  • Psychogene Trichotillomanie (Zwang sich bei Anspannung Haare auszureißen) infolge von Ängsten, Traumata, als Fehlverhaltensmuster im Umgang mit Belastungen 
  • Rein mechanische Ursachen wie Zug durch Frisuren oder Kopfbedeckungen 
  • Angeborene temporale dreiecksförmige Alopezie 

Vernarbende Formen: 

Hier können die Haare infolge einer Zerstörung der Haarwurzeln nicht mehr nachwachsen. Dabei gehen Symptome und Hautveränderungen voraus wie z.B. Juckreiz, Rötungen, Eiter- und Blasenbildungen, Schuppung etc. im Rahmen von  

  • diversen Autoimmun-Erkrankungen (Lupus erythematodes, Lichen-Erkrankungen) 
  • Folliculitis declavans 
  • tiefgehenden Pilzinfektionen der Kopfhaut (Tinea capitis) 
  • schwerer Akne (Acne conglobata) 
  • Pseudopelade Broq (Alopezia atrophicans) 

Welche alternativmedizinischen Therapieverfahren gibt es für die Therapie? 

Neben den oben ausführlich dargelegten schulmedizinischen Therapiepfeilern gibt es eine Reihe von alternativen, naturmedizinischen sowie TCM-medizinischen Therapieansätzen. Eine erhebliche Anzahl von alternativen Therapeutika ist auch in den S3-Leitlinien zur Therapie des anlagebedingten Haarausfalls nach dem vermuteten Hauptwirkmechanismus aufgelistet. 

Hervorzuheben sind TCM-Kräuterrezepturen aus mehreren Kräutern, von denen ich über sehr positive Erfahrungen berichten kann.  

Die Auswahl der einzelnen Therapiemethoden erfolgt individuell, je nach den erhobenen Befunden und geschilderten Symptomen. Vor dem Beginn mit einer ganzheitlichen/TCM-Behandlung überprüfe ich aber immer zuerst ob auch alle schulmedizinischen Therapiemöglichkeiten optimal ausgeschöpft werden.  

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